Die Finanzkrise wird oft als endgültiges Versagen des Kapitalismus gedeutet. Selbst bekannte Wissenschaftler fallen in diesen Chor ein.
Es herrscht die These, der Kapitalismus habe die globalisierte Wirtschaft in die Krise geführt. Die Gegner von Kapitalismus und Globalisierung haben Oberwasser, erhalten kaum einmal Widerspruch.
Das Hauptthema der hier angestellten Betrachtungen ist die Analyse einiger gängiger Irrtümer. Denn dass nun fortgesetzt von einer Krise des Kapitalismus gesprochen wird, ist Beleg für ein fundamentales Missverständnis unseres Wirtschaftssystems. Dieses wird offenkundig von einer Mehrheit in Politik und Wissenschaft geteilt.
Doch wir können schon seit vielen Jahren eine bemerkenswerte Form der Gleichzeitigkeit konkurrierender Modelle beobachten. Nebeneinander existieren bei uns staatlich geregelte Unternehmen, von internationalem Management geführte Riesenkonglomerate („Konzerne“) und schließlich der eigentliche Kapitalismus mit der dazugehörigen Bourgeoisie, wo die Eigentümer der Unternehmen auch die Entscheidungsträger und Manager sind. Letzteres läuft bei uns dann völlig missverstanden unter Mittelstand und wird gewöhnlich wegen seiner angeblich besonderen sozialen Verantwortung immer wieder gelobt und öffentlich als Vorbild gehandelt.
Wenn man die einzelnen Organisationsmodelle als Kulturen auffasst, ist unsere Wirtschaft in höchstem Maße multikulturell. Eine ordentlich funktionierende und durch Gesetze geregelte aktive Koexistenz und Kooperation der Wirtschaftskulturen zeichnet gerade die Nachkriegswirtschaft der Bundesrepublik aus. Diese Multikulturalität hat unseren Wohlstand und sozialen Frieden mit geschaffen.
Verursacher der gegenwärtigen Krisen sind neben intensivem Regierungshandeln solche Unternehmen, die zu ihrem Schaden eine Revolution der Manager, d.h. die Ausbootung der Eigentümer durch Vorstände und Aufsichtsräte durchlebt haben. Es sind allen voran internationale Banken, die die Rechtsform der Aktiengesellschaft haben. Ihre ersten Opfer waren Unternehmen, die unter einem Regime von Managern im Sinne Burnhams stehen: die Landesbanken sowie andere halb-öffentliche Geldinstitute, die ihre ganz eigene Subklasse von Managern hervorgebracht haben.
Und der im eigentlichen Sinne kapitalistische Sektor der von Eigentümern geführten Unternehmen, trägt die Kollateralschäden durch Konjunktureinbruch und Kreditprobleme, ist aber an der Verursachung der Krise kaum beteiligt gewesen. Wenn daher die gegenwärtige Finanzkrise etwas nicht ist, dann eine vom Kapitalismus verursachte Krise. So gesehen bellt die Vielzahl der Kapitalismuskritiker am falschen Baum, ähnlich wie im amerikanischen Sprichwort der black and tan coon-hound. Dieser Hund soll bei der Jagd, vor allem in den Südstaaten, Waschbären aufspüren, auf einen Baum jagen und dem Jäger durch Bellen preisgeben. Manchmal aber irrt sich der Hund und bellt vor dem falschen Baum.
Ähnlich wird auch die Entwicklung der Organisation unserer Wirtschaft fehlinterpretiert. Die als Ursprung und Kern des Kapitalismus empfundene Industrie wird als aussterbend betrachtet und ein gewaltiger Umorganisationsprozess wird als Ersatz der Industrie durch die Dienstleistung fehlinterpretiert. So, als könnten wir davon leben, uns gegenseitig zu piercen und die Haare aufzudrehen. Eine verhängnisvolle De-Industrialisierung wird willkommen geheißen.
Stattdessen werden Gefahren dort ausgemacht, wo ein unvorhergesehener Segen eintritt. Für die alte apokalyptische Vision einer überbevölkerten Welt wird durch den Geburtenrückgang teilweise Entwarnung gegeben. Diese Entwicklung hat Deutschland bereits in den vergangenen Jahrzehnten eine soziale Katastrophe erspart, als wir selbst mit den bereits halbierten Schulabsolventenzahlen Probleme hatten, die jungen Leute in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Aus einem schlecht gemanagten Segen wurde dann der absurde Methusalemkomplott, wohl eher ein Komplex, an dem auch phantasielose Rentenmodellkonstrukteure
Es herrscht die These, der Kapitalismus habe die globalisierte Wirtschaft in die Krise geführt. Die Gegner von Kapitalismus und Globalisierung haben Oberwasser, erhalten kaum einmal Widerspruch.
Das Hauptthema der hier angestellten Betrachtungen ist die Analyse einiger gängiger Irrtümer. Denn dass nun fortgesetzt von einer Krise des Kapitalismus gesprochen wird, ist Beleg für ein fundamentales Missverständnis unseres Wirtschaftssystems. Dieses wird offenkundig von einer Mehrheit in Politik und Wissenschaft geteilt.
Doch wir können schon seit vielen Jahren eine bemerkenswerte Form der Gleichzeitigkeit konkurrierender Modelle beobachten. Nebeneinander existieren bei uns staatlich geregelte Unternehmen, von internationalem Management geführte Riesenkonglomerate („Konzerne“) und schließlich der eigentliche Kapitalismus mit der dazugehörigen Bourgeoisie, wo die Eigentümer der Unternehmen auch die Entscheidungsträger und Manager sind. Letzteres läuft bei uns dann völlig missverstanden unter Mittelstand und wird gewöhnlich wegen seiner angeblich besonderen sozialen Verantwortung immer wieder gelobt und öffentlich als Vorbild gehandelt.
Wenn man die einzelnen Organisationsmodelle als Kulturen auffasst, ist unsere Wirtschaft in höchstem Maße multikulturell. Eine ordentlich funktionierende und durch Gesetze geregelte aktive Koexistenz und Kooperation der Wirtschaftskulturen zeichnet gerade die Nachkriegswirtschaft der Bundesrepublik aus. Diese Multikulturalität hat unseren Wohlstand und sozialen Frieden mit geschaffen.
Verursacher der gegenwärtigen Krisen sind neben intensivem Regierungshandeln solche Unternehmen, die zu ihrem Schaden eine Revolution der Manager, d.h. die Ausbootung der Eigentümer durch Vorstände und Aufsichtsräte durchlebt haben. Es sind allen voran internationale Banken, die die Rechtsform der Aktiengesellschaft haben. Ihre ersten Opfer waren Unternehmen, die unter einem Regime von Managern im Sinne Burnhams stehen: die Landesbanken sowie andere halb-öffentliche Geldinstitute, die ihre ganz eigene Subklasse von Managern hervorgebracht haben.
Und der im eigentlichen Sinne kapitalistische Sektor der von Eigentümern geführten Unternehmen, trägt die Kollateralschäden durch Konjunktureinbruch und Kreditprobleme, ist aber an der Verursachung der Krise kaum beteiligt gewesen. Wenn daher die gegenwärtige Finanzkrise etwas nicht ist, dann eine vom Kapitalismus verursachte Krise. So gesehen bellt die Vielzahl der Kapitalismuskritiker am falschen Baum, ähnlich wie im amerikanischen Sprichwort der black and tan coon-hound. Dieser Hund soll bei der Jagd, vor allem in den Südstaaten, Waschbären aufspüren, auf einen Baum jagen und dem Jäger durch Bellen preisgeben. Manchmal aber irrt sich der Hund und bellt vor dem falschen Baum.
Ähnlich wird auch die Entwicklung der Organisation unserer Wirtschaft fehlinterpretiert. Die als Ursprung und Kern des Kapitalismus empfundene Industrie wird als aussterbend betrachtet und ein gewaltiger Umorganisationsprozess wird als Ersatz der Industrie durch die Dienstleistung fehlinterpretiert. So, als könnten wir davon leben, uns gegenseitig zu piercen und die Haare aufzudrehen. Eine verhängnisvolle De-Industrialisierung wird willkommen geheißen.
Stattdessen werden Gefahren dort ausgemacht, wo ein unvorhergesehener Segen eintritt. Für die alte apokalyptische Vision einer überbevölkerten Welt wird durch den Geburtenrückgang teilweise Entwarnung gegeben. Diese Entwicklung hat Deutschland bereits in den vergangenen Jahrzehnten eine soziale Katastrophe erspart, als wir selbst mit den bereits halbierten Schulabsolventenzahlen Probleme hatten, die jungen Leute in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Aus einem schlecht gemanagten Segen wurde dann der absurde Methusalemkomplott, wohl eher ein Komplex, an dem auch phantasielose Rentenmodellkonstrukteure