Sind Menschen, die ihre Lebensspur vor drei Jahrtausenden gezogen haben, uns Heutigen, die wir in eine technisierte Welt hineingeboren sind, nicht uninteressant, ja unverständlich? Menschen, die in den Berglandschaften zwischen dem Mittelmeer und dem Fluß Jordan, im Land Kanaan, siedelten, ob sie nun in mühsamer Arbeit dem Acker ihren Lebensunterhalt abrangen oder ob sie von dem zehrten, was diejenigen, über die sie herrschten, erarbeiteten? Der Roman um Abimelech, jenen Unhold, von dem das Richterbuch des Alten Testaments erzählt, und die folgenden Teile des Altisrael-Romanzyklus zeigen, daß die Menschen des Alten Orients uns nicht so fremd sind, wie es uns scheinen mag. Ihre Gedanken schlugen die gleichen Wege und Abwege ein wie die unseren, ihre Gefühle wichen von unseren nicht ab, ihren Willen richteten sie auf ähnliche Absichten und Ziele wie wir. Deshalb können wir das, was sie taten und was sie unterließen, verstehen, auch wenn ihre Lebensinhalte zeit- und umweltbedingt waren.
Wie konnte der junge Abimelech, der doch sicher nicht als Blutmensch geboren wurde, jene Lebensbahn beschreiten, auf der ihn die Überlieferung seinem Untergang entgegenziehen sieht? Der Roman stellt ihn hinein in das Neben- und Gegeneinander einer der freien Bauernsippen, der er angehört, und der alten Stadt Sichem, deren Herren einst über die Bewohner des umliegenden Berglandes geboten. Zur Vollwaise geworden, von Stiefmutter und Halbbrüdern als Bastard gedemütigt und als mitschuldig am Tod des Vaters verleumdet und gehaßt, verläßt er Familie und Heimatdorf, während seine Halbbrüder die Sippengenossen gegen die Stadt Sichem aufhetzen, weil deren Machthaber trotz friedlicher Nachbarschaft angeblich die Freiheit der Sippe bedrohen. Abimelech aber beginnt beim Volk der Tjeker, das an der Meeresküste siedelt, ein neues Leben als Berufskrieger. Dort erzählt ihm sein Hauptmann, ein Sichemit, den seine Heimatstadt verbannt hat, von der einstigen Macht Sichems. Als Abimelech erlebt, wie die südlichen Nachbarn der Tjeker, das Volk der Philister, ihr Herrschaftsgebiet ausdehnen, vermutet er, daß sie irgendwann auch die freien Sippen des Berglandes zu unterwerfen suchen werden. Die Einigung der Berglandsippen gegen den zu erwartenden Ansturm der Philister und er selbst als Oberhaupt der Berglandbewohner wie einst der Herrscher von Sichem, das wird von nun an das Lebensziel des von seiner Familie Ausgestoßenen. Er verläßt seinen Dienst und zieht nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter, und diese Stadt wird ihm zur Basis seiner hochfliegenden Pläne. Denn die Machthaber der Stadt fürchten sich vor den Machenschaften seiner Halbbrüder, und als er die gefährlichen Störenfriede ermorden läßt, gewinnt er das Vertrauen der Sichemer Regenten. Sie ernennen ihn zum „Schwert der Männer von Sichem“ und erwarten, daß er mit seinem Einigungswerk unter den freien Berglandsippen ihre alte Macht über diese wiederherstellt.
Abimlech stößt jedoch überall mit seinen Warnungen vor der Philistergefahr und seinem Vorschlag eines Abwehrbündnisses unter seiner Führung auf Unglauben und Ablehnung. Seine Mißerfolge machen ihm schließlich seine Gönner und Förderer in Sichem zu Gegnern. Je aussichtsloser seine Umtriebe, um so ausgeprägter sein Realitätsverlust, sein Größenwahn, um so skrupelloser sein Vorgehen, um so grausamer seine Taten. Bevor ihn jedoch seine Sippe, der er ja noch immer angehört, durch ihre Krieger gefangennehmen und so seinem Wüten Einhalt gebieten kann, findet er bei der Belagerung einer Stadt einen schmählichen Tod. Er hinterläßt die entvölkerte und zerstörte Stadt Sichem und einen Berg von brutal Hingemordeten. Bei den Bauernsippen, deren Herrscher er werden wollte, geht das Leben in der gewohnten Weise weiter, und niemand stellt sich vor, daß daran ein äußerer oder innerer Feind je etwas ändern könnte.
Wie konnte der junge Abimelech, der doch sicher nicht als Blutmensch geboren wurde, jene Lebensbahn beschreiten, auf der ihn die Überlieferung seinem Untergang entgegenziehen sieht? Der Roman stellt ihn hinein in das Neben- und Gegeneinander einer der freien Bauernsippen, der er angehört, und der alten Stadt Sichem, deren Herren einst über die Bewohner des umliegenden Berglandes geboten. Zur Vollwaise geworden, von Stiefmutter und Halbbrüdern als Bastard gedemütigt und als mitschuldig am Tod des Vaters verleumdet und gehaßt, verläßt er Familie und Heimatdorf, während seine Halbbrüder die Sippengenossen gegen die Stadt Sichem aufhetzen, weil deren Machthaber trotz friedlicher Nachbarschaft angeblich die Freiheit der Sippe bedrohen. Abimelech aber beginnt beim Volk der Tjeker, das an der Meeresküste siedelt, ein neues Leben als Berufskrieger. Dort erzählt ihm sein Hauptmann, ein Sichemit, den seine Heimatstadt verbannt hat, von der einstigen Macht Sichems. Als Abimelech erlebt, wie die südlichen Nachbarn der Tjeker, das Volk der Philister, ihr Herrschaftsgebiet ausdehnen, vermutet er, daß sie irgendwann auch die freien Sippen des Berglandes zu unterwerfen suchen werden. Die Einigung der Berglandsippen gegen den zu erwartenden Ansturm der Philister und er selbst als Oberhaupt der Berglandbewohner wie einst der Herrscher von Sichem, das wird von nun an das Lebensziel des von seiner Familie Ausgestoßenen. Er verläßt seinen Dienst und zieht nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter, und diese Stadt wird ihm zur Basis seiner hochfliegenden Pläne. Denn die Machthaber der Stadt fürchten sich vor den Machenschaften seiner Halbbrüder, und als er die gefährlichen Störenfriede ermorden läßt, gewinnt er das Vertrauen der Sichemer Regenten. Sie ernennen ihn zum „Schwert der Männer von Sichem“ und erwarten, daß er mit seinem Einigungswerk unter den freien Berglandsippen ihre alte Macht über diese wiederherstellt.
Abimlech stößt jedoch überall mit seinen Warnungen vor der Philistergefahr und seinem Vorschlag eines Abwehrbündnisses unter seiner Führung auf Unglauben und Ablehnung. Seine Mißerfolge machen ihm schließlich seine Gönner und Förderer in Sichem zu Gegnern. Je aussichtsloser seine Umtriebe, um so ausgeprägter sein Realitätsverlust, sein Größenwahn, um so skrupelloser sein Vorgehen, um so grausamer seine Taten. Bevor ihn jedoch seine Sippe, der er ja noch immer angehört, durch ihre Krieger gefangennehmen und so seinem Wüten Einhalt gebieten kann, findet er bei der Belagerung einer Stadt einen schmählichen Tod. Er hinterläßt die entvölkerte und zerstörte Stadt Sichem und einen Berg von brutal Hingemordeten. Bei den Bauernsippen, deren Herrscher er werden wollte, geht das Leben in der gewohnten Weise weiter, und niemand stellt sich vor, daß daran ein äußerer oder innerer Feind je etwas ändern könnte.