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    ALLITZTE XII (German Edition)

    Por Michael Stoll

    Sobre

    ALLITZT – diese etwas sperrige Wortschöpfung aus „All“ und dem althochdeutschen „itzt“ für „jetzt“ – verstehe ich als Verschränkung von raum- und zeitlosem allumfassenden Leben – ALL – und raumzeitlich begrenztem Leben - ITZT.
    Die „ALLITZTE“- Texte bringen im Wort dieses spannungsvolle Wechselspiel zwischen dem Fließen des Lebens - ALL - und dem Anhalten dieses Fließens – ITZT - hervor. Sie benennen im ALL-Tag Wahrgenommenes, heben es heraus aus dem steten Fließen, bewahren es so vor dem Verfließen – machen es dadurch plastisch und - eröffnen den Raum, in dem wir es erfahren, betrachten, befragen und bestaunen können.
    Dies ist die eine Wesentlichkeit dieser Texte, die sie mit Dichtung und Kunst im allgemeinen teilen.

    Was ist aber nun das Eigene – der eigene Ton dieser „ALLITZTE“-Texte?
    Ich glaube, es ist zuallererst das Ringen mit und um das Wort, das sie uns erfahrbar machen. Ein Ringen, das immer wieder ins Wort mündet, das Wort immer wieder setzen muss, um nicht sprachlos zu sein. Das aber in diesen Wort-Setzungen etwas einschreibt, was diese ständig übersteigt. Dieses Übersteigende will mehr als das Anhalten des Fließens im ITZT, will mehr als fließendes ALL. Es will, so denke ich, die radikale Offenheit an die spannungsvolle wechselseitig sich bedingende Bewegung von ALL und ITZT.
    Schreiben an dieser Offenheit weiß um das Festhalten-Wollen und die Gefahr des Erstarrens im aufgefundenen Augenblick, weiß auch um das Sich-treiben-lassen-Wollen und die Gefahr des Sich-Verlierens in einem Allumfassenden.
    Deshalb kann ein Schreiben an dieser Utopie - die Offenheit für die lebendige Bewegung - nur das Spiel an und mit den Grenzen der Sprache sein, um diese Grenzen auszuloten, sie zu erfahren, sie nachzuzeichnen, sie sichtbar zu machen und sie – wo möglich – zu erweiten.

    Dass dieses Spiel an und mit den Grenzen der Sprache eine kontinuierliche und beharrliche Arbeit an der Sprache ist, dokumentieren zuallererst die zwölf Einzelbände „ALLITZTE" , die 1997-2008 jährlich erschienen sind. Daneben sind in einer wesentlichen Vorarbeit zu diesen Bänden Jahresskulpturen entstanden, gestaltet aus je zwölf Monatsausgaben im FAZ-Format, die Michael Stoll entsprechend zu „ALLITZTE“ mit den althochdeutschen Monatsnamen überschreibt. Sie stehen für sich selbst und doch vermittelnd zwischen den großformatigen Einzelbänden in verschiedenfarbigen Leineneinbänden und den handschriftlichen Tagebucheintragungen, aus denen die „ALLITZTE“-Texte ihren ursprünglichen Impuls schöpfen.

    Was ich wahrnehme, im Durchgang von „ALLITZTE" ist eine kompromisslosere Wortsetzung in den Einzeltexten, die aber nun stärker aufeinander verweisen und damit eine innere Zusammengehörigkeit bewirken - letztlich den eigenen Ton der „ALLITZTE“-Texte klarer zum Klingen bringen.

    Mit diesen Büchern in der Hand ist offen-sichtlich, dass Arbeit mit und an den Grenzen der Sprache – notwendig – immer Arbeit an und mit den Grenzen unserer konkreten Lebenswelt ist.

    Andrea Knoblauch
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