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    Der Verschenker (German Edition)

    Por Klaus Flessenkemper

    Sobre

    Christian Sprengel hatte sich das lange Wochenende ganz anders vorgestellt. Statt an schottischen Grüns mit Beate verbringt er zwei Tage „auf Lichtenstein“. Seit dem Ende seiner „Elfenbeinturmepoche“ bewegt er sich immer häufiger im wahren Leben, als investigativer und publizierender Journalist. Der ärztliche Direktor der „Lichtensteiner Mühle“ hatte völlig überraschend und kurzfristig auf Christians Kontaktaufnahme einige Wochen zuvor geantwortet. Man könne doch diesen albernen Feiertag („Christ´s Annual Space Mission“) nebst nachfolgendem „toten Brückentag“ sinnvoll nutzen. Christians nächstes Buchprojekt zu diesem lästigen Totem- Begriff „Burnout“, zu welchem jeder eine Meinung habe, wenn in den wenigsten Fällen auch nur halbwegs belastbare Hintergrund- Kenntnisse, treffe sich ideal mit dem in punkto Forschung und Diagnostik expansivsten Bereich des Hauses. Ein intensiver Austausch zu diesem (arbeits-) medizinischen und gesellschaftlichen Riesentopos könne also nur nützlich sein, vice versa. Zumal man dank der günstigen Wochenend-Konstellation in kleiner Runde die Dinge intensiv abhandeln könne. Hektische Interviews im üblichen Schnappatmungsmodus würden der Causa auch nicht im Entferntesten gerecht. So geschieht es dann. Christian erlebt in diesen zwei Tagen eine Tour de Force durch die Hinter- und Abgründe, aber auch die stolzen Kapitel einer Familie, die für Falk Schwarz, den Direktor der „Lichtensteiner Mühle“, nicht nur aus Sicht des Therapeuten und Wissenschaftlers interessant und relevant sind. Und Christian wird im Sog der „storyline“ dieser Familie ein Pandämonium, aber auch lichte Höhen europäischer und nordamerikanischer Geschichte nacherleben. Und er bringt zusätzlich eine Menge über zukünftig Geplantes in Erfahrung. Dieses nachhaltig zu begleiten und publizistisch aufzubereiten, fühlt sich Christian als Publizist und moderierender Begleiter aufgerufen. Die Chronik dieser Familie war zumindest mittelbar ein Auslöser für „Lichtenstein Foundation“, eine Stiftung als dem eigentlichen operativen Zweig der Einrichtung. Christian ist ein typischer Journalist: beredt, hin und wieder zu kleinen Exkursen neigend, die freilich in der Regel am Ende, „hintenheraus“ betrachtet, meist einige Relevanz besitzen / gewinnen. Als Erzähler dieser in vieler Hinsicht prallgefüllten zwei Tage taugt er allemal: er wickelt jeden spielerisch und spielend um den Finger und zieht jeden in alles hinein. Wenn nun der geneigte Leser das Kapitel „Burnout“ in Bälde ein wenig heller ausgeleuchtet bekommen haben wird, hat es Christian schon längst eine Baustelle weiter gezogen. Im kommenden Frühjahr wird er unter dem Titel „Schöner Wohnen 2.0“ das nächste Totem- Wort naseweiser Geschwätzigkeit entschlüsselt haben. Er wird mit einigen Leuten zusammengetroffen sein, die ausgehend von den allfällig- sinnfreien Debatten um „Gentrifizierung“ längst Strategien wägen und Handlungsebenen ansteuern, wie dieses für jeden elementare Thema in der Praxis lebbar bleiben könnte. Die Frage heißt schlicht: Wie wollen, sollten und müssten wir - unter den obwaltenden Bedingungen und einiger „nicht verhandelbarer“ Parameter humanitärer und zivilgesellschaftlicher Standards - unser Zusammenleben in der näheren Zukunft gestalten? - Doch zunächst einmal sollten wir - intelligent und nachhaltig - den Verursachern und vor allem auch den Bewirtschaftern von „Burnout“ an den Kragen gehen und sie energisch und unmissverständlich aus unseren Kontexten eliminieren.








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