Daß die Wahrheit befreie, ist fast zu einem literarischen Topos geworden, mit dem sich nicht nur Universitäten schmücken. Der Sachverhalt scheint offensichtlich und für sich zu sprechen: Wenn ich um eine Sache weiß, bedarf ich keiner Gebrauchsanweisung. Insofern und insoweit bin ich frei. Daß sich hinter diesem "geflügelten Wort" eine Grundstruktur des menschlichen Daseins verbirgt, gehört zu einer ganz anderen Dimension des Seins.
Um eine nicht weniger anspruchsvolle Grundstruktur handelt es sich bei der Frage, wie das Leben gestaltet werden muß, um es am Ende als sinnvoll betrachten zu können. In moderner Hinsicht stehen dazu zwei Begriffe zur Verfügung, die verschiedener nicht sein könnten: der aus dem religiösen Bereich kommende Begriff der Gnade und der des limbischen Systems, den die Neurophysiologie anbietet. Beide Begriffe stehen der menschlichen Verantwortung für ein gelungenes Leben entgegen: Im Falle der Gnade sind wir von dem abhängig, der über das Gnade-Instrumentarium verfügt; im Falle des limbischen Systems bleiben wir, wenn es sich als zutreffend erwiesen sollte, Sklave unserer organischen Struktur.
Die Literatur darf in dieser Auseinandersetzung nicht fehlen. Sie wird durch Martin Walser vertreten, dessen sogenanntes "Rechtfertigungsbuch" die Thematik aufnimmt und, zumindest in dem, was die Gnade und die menschliche Verantwortlichkeit betrifft, einer Lösung zuzuführen versucht. Im Sinne einer "Versuchung", wie Martin Walser es selbst bezeichnet.
Bei der Frage des gelungenen Lebens ist "Metamorphose" ein weiteres und keineswegs zu unterschätzendes Stichwort, dessen sich unter anderem Goethe bediente. Gemeint war und ist die menschliche Fähigkeit der Erneuerung, des In-Frage-Stellens seiner selbst und der Gewinnung eines veränderten Ichs. Wo die Metamorphose nicht mehr stattfindet, dort wäre in logischer Folge der Tod angesiedelt, noch bevor es zum Sterben käme.
Zu dieser Thematik gehört schließlich auch die Beschäftigung mit dem Satz, daß der Weg das Ziel sei, und was es für die Lebensgestaltung bedeutet, wenn das Ziel im Weg aufgehen sollte. Dabei wird auch die Rede davon sein müssen, ob diese Umkehrung des gewohnten Verhältnisses von Weg und Ziel nicht auch zu einer existentialen Spiegelung des Sachverhalts wird führen können und müssen, und wenn ja, zu welchem und mit welchen Konsequenzen.
Um eine nicht weniger anspruchsvolle Grundstruktur handelt es sich bei der Frage, wie das Leben gestaltet werden muß, um es am Ende als sinnvoll betrachten zu können. In moderner Hinsicht stehen dazu zwei Begriffe zur Verfügung, die verschiedener nicht sein könnten: der aus dem religiösen Bereich kommende Begriff der Gnade und der des limbischen Systems, den die Neurophysiologie anbietet. Beide Begriffe stehen der menschlichen Verantwortung für ein gelungenes Leben entgegen: Im Falle der Gnade sind wir von dem abhängig, der über das Gnade-Instrumentarium verfügt; im Falle des limbischen Systems bleiben wir, wenn es sich als zutreffend erwiesen sollte, Sklave unserer organischen Struktur.
Die Literatur darf in dieser Auseinandersetzung nicht fehlen. Sie wird durch Martin Walser vertreten, dessen sogenanntes "Rechtfertigungsbuch" die Thematik aufnimmt und, zumindest in dem, was die Gnade und die menschliche Verantwortlichkeit betrifft, einer Lösung zuzuführen versucht. Im Sinne einer "Versuchung", wie Martin Walser es selbst bezeichnet.
Bei der Frage des gelungenen Lebens ist "Metamorphose" ein weiteres und keineswegs zu unterschätzendes Stichwort, dessen sich unter anderem Goethe bediente. Gemeint war und ist die menschliche Fähigkeit der Erneuerung, des In-Frage-Stellens seiner selbst und der Gewinnung eines veränderten Ichs. Wo die Metamorphose nicht mehr stattfindet, dort wäre in logischer Folge der Tod angesiedelt, noch bevor es zum Sterben käme.
Zu dieser Thematik gehört schließlich auch die Beschäftigung mit dem Satz, daß der Weg das Ziel sei, und was es für die Lebensgestaltung bedeutet, wenn das Ziel im Weg aufgehen sollte. Dabei wird auch die Rede davon sein müssen, ob diese Umkehrung des gewohnten Verhältnisses von Weg und Ziel nicht auch zu einer existentialen Spiegelung des Sachverhalts wird führen können und müssen, und wenn ja, zu welchem und mit welchen Konsequenzen.